Erzählraum
Ich arbeite in diesem Workshop daran, sichtbar zu machen, wie schnell Radikalisierungsprozesse ablaufen können – und dass das grundsätzlich jede:n treffen kann, wenn bestimmte Faktoren zusammenkommen (Druck, Kränkung, Ohnmacht, Suche nach Zugehörigkeit und Orientierung – offline wie online). Gleichzeitig geht es mir darum, Schutzfaktoren zu stärken, die im Alltag wirklich greifen.
Methoden: Ich nutze ausgewählte Video-Storys aus dem Projekt Jamal al-Khatib – Mein Weg!, an dem ich mitgewirkt habe. Die realen Geschichten dienen als Verständnismaterial und Diskussionsgrundlage: Was waren die „Zugkräfte“? Wo ging es plötzlich schnell? Welche Wendepunkte gab es? Welche Rolle spielten Beziehungen – wer blieb ansprechbar, wer brach Kontakt ab? Ergänzend arbeite ich mit kurzen Inputs, strukturierten Reflexionsfragen, Perspektivwechsel. Ich halte das Format parteipolitisch neutral und arbeite ohne Überwältigung.
Ziele & Transfer: Ich möchte, dass die Teilnehmenden (1) Radikalisierungsdynamiken und Warnsignale verstehen lernen, (2) Ressourcen aktivieren können, die sie im Alltag stabilisieren (Selbstregulation, Beziehungen, Zugehörigkeit außerhalb problematischer Gruppen) und (3) hilfreiches Vernetzungswissen mitnehmen: Welche Anlaufstellen, Personen und Wege gibt es, wenn es „kippt“ – für mich selbst oder für andere? Am Ende erstelle ich mit der Klasse/Gruppe eine partizipative, gruppenspezifische Ressourcenliste, die zur jeweiligen Ressourcenlage passt.